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Wie Rubin entstand

Unter dem Isergebirge, ein Katzensprung von Böhmischem Paradies, auf einem Ort, wo zwischen hohen Buchen und Eichen der Fluss Iser fließt, hat sich einst der dunkelrote Rubin gebildet. Er ist dank der Peters Liebe zu Leontýnka erschienen. Von dem allem erzählt diese Legende.

Der Glasmacher Weber erbaute zwischen den Wäldern eine Glashütte. Er freute sich schon, wie er Glaswasen fertigen wird, wie er mit seiner Kunst die Gegend bereichern wird.

Die Arbeit begann gut zu laufen. In einigen Monaten mussten die starken Männer auch einen Glockenturm bauen, der mit seinem eindringlichen Klang die Glasarbeiter zu Arbeit lud.

Einer der geschickteste Glasarbeiter war Petr. Er arbeitete sehr fleißig, der alte Weber lobte ihn sehr. Doch in Peter verliebte sich  Webers Tochter Leontýnka, was aber ihrem Vater missbehagte.

“ Nein, ich sagte es mehrere Male, Petr ist nichts für dich. Geschickt und fleißig, dass ist er, heilige Wahrheit, aber du bist die Tochter des reichen Glasmachers, die einen anderen Bräutigam verdient!” erklärte Weber, als sich ihm Leontýnka mit seiner großen Liebe anvertraute.

Das Leben in der Glashütte floss zufrieden. Alles, bis auf die Liebe zwischen Peter und  Leontýnka, blühte auf. Die Glasarbeiter schafften es nicht,  alle Wünsche der Menschen aus den benachbarten Dörfern zu erfüllen.

Aber wie das läuft, nach einem sonnigen Tag kommt eine dunkle Nacht. Und die machte selbst um den Glasmacher Weber  keinen Bogen.

An dem Tag kehrte der Kutscher mit der ganzen Ladung zurück nach Hause:” Keiner will das, jeder hat zu Hause bereits ein Glas, ein Krug oder eine Vase.”

Diese Worte klangen in Webers Ohren sehr traurig.

“ Was kann man machen. Wir verkaufen nicht, wir verkaufen nicht, aber so wird es mit uns immer schlimmer gehen. Wir brauchen eine neue Idee, buntes Glas, das wäre was! Azurblau, grün wie Eichenblätter in Frühling und rot, rot wie Rubin!” versank Weber in Träumerei. Aber selber wusste er nicht, wie man solches Zauberglas erzeugt.

Er fing an die Glasarbeiter allmählich zu entlassen. Es kam auch Peter an die Reihe. Der wollte Leontýnka nicht verlassen, aber ohne Geld zu leben konnte er nicht. “ Ich gehe fort, verdiene Geld und komme um deine Hand zu bitten, hoffentlich lässt sich dein Vater mit sich reden!” versprach er Leontýnka.

Unterwegs ist Peter unter der grünen Eiche eingeschlummert.

“ Peter, was würdest du dir am meisten wünschen?” erscheint plötzlich eine schöne Fee,” ich bin die Fee Jizerýna und überwache die Zufriedenheit der Einheimischen.”

“ Was ich mir wünschen würde? Ich möchte buntes Glas, welches die Glashütte des Herrn Weber und auch unsere Liebe mit Leontýnka retten würde, fertigen können.”

“ Das ist ja einfach,” lächelte Jizerína ,” schmeiß zwei Goldringe in die Pfanne und es wird es dir gelingen roten Rubin abzuschmelzen!”

In dem Augenblick Peter erwachte. Er wusste nicht, ob es nur ein Traum, oder Wirklichkeit war.“

Wo soll ich aber zwei Goldringe nehmen? Ich habe ja lehre Taschen!”

Schließlich entschloss er sich,  dass er sein Glück in dem nah liegenden Steinbruch versuchen wird. Weil er sehr stark war, stellten sie ihn sofort ein. Er arbeitete von früh bis abends, samstags und sonntags. In einigen Monaten ersparte er so viel Geld, das er zum Goldschmied gehen konnte um dort zwei schönste Goldringe zu kaufen. Mit diesen kehrte er wieder in die Glashütte des Herrn Weber zurück.

“Peterlein” schrie vor Freude Leontýnka auf, dann fragte sie aber unlustig:” Warum kommst du zurück? Es ist trist hier, heute schließen wir die Glashütte, der Glockenturm läutet zum letzten Mal.”

Peter nahm sie an die Hand:” Läutet nicht, glaub mir!”

Sie begaben sich gemeinsam zum Ofen. Peter nahm die  beiden Ringe und schmiss sie  auf der Pfanne in den erhitzten Ofen. Die Goldringe verschwanden im Ofen…

Am nächsten Morgen kam Weber zum Ofen, um sich eine letzte kleine Vase für seine eigene Vergnügung  zu erzeugen.  Er nahm das Glas aus der Pfanne und beobachtete, wie es erkaltet .....und plötzlich schrie er vor Freude auf:” Rotes Glas! Rubin! Das ist doch Rubin! Das ist doch Rubin!”

In den Raum tritt Leontýnka mit Peter.

“ Vati, das ist Peter, er kann das rubinrote Glas zu erzeugen”, lächelte  Leontýnka.

Als  Petr sah, dass das Lächeln im Webers Gesicht  nicht zum Strahlen aufhört, bedankte er sich im Inneren bei der Fee Jizerýna.

An diesem Tag war es freudig in der Glashütte. Der Glockenturm läutete von früh bis zum Abend, Glasarbeiter tanzten und unterhielten sich über die neue Rubinfarbe. Vasen, Glastierchen und Krüge verkauften sich wieder!

Herr Weber stimmte der Hochzeit von Leontýnka und Peter zu und  Peter wurde der berühmteste Glasmacher in der Gegend.

Wenn Sie irgendwann durch diese Wälder gehen, entsinnen Sie sich an die Fee Jizerína, welche auf Moosteppichen tritt und hütet die Zufriedenheit von dortigen Bewohnern.

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Hergestellt 16.6.2005 13:21:03 - aktualisiert 30.3.2020 8:20:58 | gelesen 910x | Jan
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